Von Japan nach Südamerika und heute in der Schweiz

Wie Soledad ihre verlorenen Wurzeln wiederfand und daraus ein Projekt entstand

Soledad, meine Frau, trägt japanische Wurzeln in sich, verbrachte ihre ersten Lebensjahre in Südamerika und kam als Kind in die Schweiz. Hier wächst sie auf. In ihrer Familie konnte man nur einen einzigen Hinweis auf ihr Vorfahren geben: „Deine Urgroßtern kamen aus dem Süden Japans.“ 
Mehr wusste niemand. Dokumente fehlen, ihr Großvater und Urgroßvater waren früh verstorben, die Sprache war eine Barriere. So geriet ein ganzer Teil ihrer Herkunft in Vergessenheit. Irgendwann bemerkten wir: Wenn wir ihre Geschichte nicht suchen, geht sie verloren.

Die ersten Spuren: Von vagen Erzählungen zu echten Daten

Wir begannen mit dem, was wir hatten: ein paar alte Fotos, wenige Erinnerungen aus Argentinien. Wir suchten und fanden in Google Books eine Erwähnung: Ihr Urgroßvater sei mit der Kasato Maru nach Brasilien gereist. Dieses Schiff war das erste große Auswandererschiff für japanische Migranten nach Südamerika. 
Über brasilianische Passagierlisten und Passagier-Datenbanken fanden wir schließlich die Kanji-Schreibweise des Familiennamens Kamachi. Doch der wichtigste Fund kam an einem unerwarteten Ort: am Abfahrtshafen. Eine Japanerin, die wir über Fiverr gefunden haben, suchte für uns online die Passagierliste und führte uns zu einem klaren Ergebnis.

Zum ersten Mal tauchte ein konkreter Herkunftsort auf: Bonotsu-cho in der Region Satsuma, Präfektur Kagoshima. Ein Punkt auf der Karte. Ein Anfang.

Der Durchbruch: Das japanische Familienregister Koseki

Wir beantragten das Koseki, das zentrale japanische Familienregister bei der Gemeinde. Ein Prozess, der alles andere als einfach war. Wir sammeln Geburtsurkunden für den Nachweis der Linie und lesen Übersetzungen erstellen. 
Es lohnte sich, am Ende hielten wir ein Stück Familiengeschichte in den Händen. Schwarz auf weiss, mehrere Generationen der Familie Kamachi. Besonders wertvoll: In Japan werden im Koseki alle Personen vermerkt, die im Haushalt leben, nicht nur die direkt vorfahren.

Parallel dazu suchen wir im Internet anhand der Kanji-Schreibweise des Familiennamens. Wir fanden auf einem Blog ein Foto eines kleinen Denkmals in Bonotsu, heute ein Teil von Minamisatsuma. Es war Soledads Urgroßvater gewidmet und einem Neffen, der später ebenfalls nach Argentinien ausgewandert war. Diese Spur sollte alles verändern.

 

Der Kontakt, der alles veränderte

Wir schrieben an das Tourismusbüro von Minamisatsuma und fragten, wo sich dieses Denkmal befinde. Die Antwort war eine Überraschung:
Das Denkmal stand auf dem Grundstück eines Herrn Kamachi.

So lernten wir Hikaru Kamachi kennen. Sein Vater war ein Cousin von Soledads Großvater. Nach mehr als hundert Jahren war die Verbindung zwischen unseren Familien wiederhergestellt.

Die Reise nach Japan: Zurück an den Anfang

Im Sommer 2025 flogen wir nach Japan, um die Orte zu besuchen, an denen Soledads Vorfahren gelebt hatten. Wir standen vor der Schule ihres Urgroßvaters. Wir gingen durch die Straßen des kleinen Fischerdörfchens Bonotsu. Wir sahen die Küste, die die Familie Kamachi über Jahrhunderte geprägt hatte. 
Wir besuchten die buddhistischen Urnennischen, wo ihr Ururgrossvater heute noch bestattet ist. 
Das alles war nicht mehr nur Geschichte. Es war Herkunft zum Anfassen.

Wie Ahnenforschung zu einem neuen Familienprojekt wurde

Hikaru arbeitet seit vielen Jahren mit Matcha-Produzenten in der Region Kagoshima zusammen. 

In diesem Moment wurde uns klar: Unsere Herkunft lässt sich nicht nur erforschen. Sie lässt sich weiterführen.

So entstand Kamachi Matcha.

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Matcha direkt aus der Region unserer Vorfahren. Von Produzenten, die wir persönlich kennen. Verbunden mit einer Familiengeschichte über drei Kontinente.

Warum wir diese Geschichte teilen

  • Weil Ahnenforschung nicht beim Archiv endete
  • Weil Herkunft Brücken schlagen kann, die man sich zuvor nicht vorstellen konnte
  • Weil verlorene Familiengeschichte wieder lebendig werden kann.
    Und weil wir andere Genealogen Mut machen möchten, ihren eigenen Spuren zu folgen, auch wenn sie auf den ersten Blick weit weg erscheinen.

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Mit unserer WeMakeIt-Kampagne möchten wir, nun einen Schritt weiter gehen und... 
• ... Matcha unserer Familie in die Schweiz bringen 
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