Kamachi Matcha – Eine Familiengeschichte aus Japan, Südamerika und der Schweiz
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Wie ich meine verlorenen Wurzeln wiederfand – und wie daraus ein Projekt entstand
Mein Name ist Soledad. Ich bin die Tochter eines Argentiniers und einer Schweizerin. Mein Vater hat japanische, italienische und spanische Wurzeln. Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich in Südamerika. Mit fünf Jahren kam ich in die Schweiz. Hier wuchs ich auf.
In meiner Familie gab es nur wenig Wissen über meine japanische Herkunft. Dokumente fehlen. Mein Großvater und mein Urgroßvater waren früh verstorben. Die Sprache war eine Barriere. So geriet ein ganzer Teil meiner Herkunft in Vergessenheit.

Die ersten Spuren: Von vagen Erzählungen zu echten Daten
Wir begannen mit dem, was wir hatten: ein paar alte Fotos und wenige Erinnerungen aus Argentinien. Bei unserer Recherche stiessen wir in Google Books auf eine Erwähnung: Mein Urgrossvater war mit der Kasato Maru nach Brasilien gereist. Dieses Schiff war das erste große Auswandererschiff für japanische Migrant:innen nach Südamerika.
Über brasilianische Passagierlisten und Passagierdatenbanken fanden wir schließlich die Kanji-Schreibweise unseres Nachnamens: Kamachi. Doch der wichtigste Fund kam von einem unerwarteten Ort, vom Abfahrtshafen. Eine Japanerin, die wir über Fiverr gefunden haben, suchte für uns online die Passagierliste und führte uns zu einem klaren Ergebnis.
Zum ersten Mal tauchte ein konkreter Herkunftsort auf: Bonotsu‑cho in der Region Satsuma, Präfektur Kagoshima. Ein Punkt auf der Karte. Ein Anfang.
Der Durchbruch: Das japanische Familienregister Koseki
Wir beantragten das Koseki, das zentrale japanische Familienregister, bei der zuständigen Gemeinde. Der Prozess war alles andere als einfach. Wir sammeln Geburtsurkunden zum Nachweis der Linie und lesen Übersetzungen erstellen.
Der Aufwand lohnt sich. Am Ende hielten wir ein Stück Familiengeschichte in den Händen. Schwarz auf weiss, mehrere Generationen der Familie Kamachi. Besonders wertvoll war, dass im Koseki alle aufgeführten Personen sind, die im Haushalt leben, nicht nur die direkte Vorfahrt.
Parallel dazu recherchierten wir im Internet anhand der Kanji‑Schreibweise unseres Familiennamens. Auf einem Blog fanden wir ein Foto eines kleinen Denkmals in Bonotsu, heute ein Teil von Minamisatsuma. Es war meinem Urgroßvater gewidmet sowie einem Neffen, der später ebenfalls nach Argentinien ausgewandert war. Diese Spur sollte alles verändern.
Der Kontakt, der alles veränderte
Wir schrieben an das Tourismusbüro von Minamisatsuma und fragten, wo sich dieses Denkmal befinde. Die Antwort überraschte uns:
Das Denkmal stand auf dem Grundstück eines Herrn Kamachi.
So lernten wir Hikaru Kamachi kennen. Sein Vater war ein Cousin meines Großvaters. Nach mehr als hundert Jahren war die Verbindung zwischen unseren Familien wiederhergestellt.
Die Reise nach Japan: Zurück an den Anfang
Im Sommer 2025 reisten wir nach Japan, um die Orte zu besuchen, an denen meine Vorfahren gelebt hatten. Wir stehen vor der Schule meines Urgrossvaters. Wir gingen durch die Straßen des kleinen Fischerdorfs Bonotsu. Wir sahen die Küste, die die Familie Kamachi über Jahrhunderte geprägt hatte.
Wir besuchten die buddhistischen Urnennischen, in denen mein Ururgrossvater bis heute bestattet ist.
Das alles war nicht mehr nur Geschichte. Es war Herkunft zum Anfassen.

Wie Ahnenforschung zu einem neuen Familienprojekt wurde
Hikaru arbeitet seit vielen Jahren mit Matcha-Produzenten in der Region Kagoshima zusammen.
In diesem Moment wurde uns klar: Unsere Herkunft lässt sich nicht nur erforschen. Sie lässt sich weiterführen.
So entstand Kamachi Matcha.
Matcha direkt aus der Region unserer Vorfahren. Von Produzenten, die unsere Verwandten persönlich kennen. Verbunden mit einer Familiengeschichte über drei Kontinente.
Warum wir diese Geschichte teilen
- Weil Ahnenforschung nicht beim Archiv endete
- Weil Herkunft Brücken schlagen kann, die man sich zuvor nicht vorstellen konnte
-
Weil verlorene Familiengeschichte wieder lebendig werden kann.
Und weil wir andere Genealogen Mut machen möchten, ihren eigenen Spuren zu folgen, auch wenn sie auf den ersten Blick weit weg erscheinen.